Meine Zukunftsstadt... bunt und hoffentlich noch nachhaltiger!

08.05.2017

Das Ehepaar Herr Al Raghban und Frau Kalie arbeitet am Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Universität Freiburg. Im Interview berichten sie über ihr Verständnis von Nachhaltigkeit und inwiefern sich die Stadt, nachdem beide für einige Jahre zurück in die Heimat nach Syrien gezogen sind, verändert hat.

Wie würden Sie grundsätzlich Nachhaltigkeit definieren?

Herr Al Raghban: Wenn ich das auf Freiburg beziehe sieht man einfach, dass hier ein gutes Klima herrscht und die Stadt sowohl sauber als auch grün ist.

Frau Kalie: Genau, die Stadt ist schön grün. Und das sieht man auch, wenn man nach einigen Jahren wieder hier herkommt. Nachhaltigkeit heißt auch, dass alle aktiv dabei sind, das zu unterstützen.

Was sind für Sie weitere Themen, abgesehen vom Klimaschutz, die Sie mit dem Thema Nachhaltigkeit verbinden?

Herr Al Raghban: Das Thema Fahrradfahren spielt eine wichtige Rolle. Das unterstützen wir auch!

Frau Kalie: Wobei ich in letzter Zeit oft den Eindruck hatte, dass viele Leute nicht wissen, wie sie richtig Fahrrad fahren. Ich habe öfters von Unfällen gehört. Vielleicht wäre eine kleine Ausbildung oder eine Art Schein da hilfreich, damit auch die Geflüchteten das besser verstehen.

Sie haben bereits erzählt, dass Sie einen Flüchtlingshintergrund haben. Gibt es nachhaltige Themen aus Ihrem Lebensalltag, die für Sie damals, als Sie hierhergekommen sind, ungewöhnlich waren?

Frau Kalie: Ja, beim Thema Gesundheit. In Syrien gibt es keine Gesundheitskarte. Und Gespräche mit dem Arzt werden auch vor anderen Patientinnen und Patienten geführt. Das ist hier viel anonymer.

Warum stellt Freiburg für Sie Nachhaltigkeit dar?

Frau Kalie: Mir fallen die Baustellen hier auf. Das war noch nicht so, als wir 2006 weggezogen sind. Man merkt, dass Radwege hier wichtig sind und die Stadt versucht, das im Griff zu halten und sich auch weiterzuentwickeln.

Haben Sie denn noch Wünsche, die die Stadt Freiburg in Bezug auf die Nachhaltigkeit erfüllen soll?

Herr Al Raghban: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Freiburg noch schöner werden kann. Aber die Wohnungsmarktsituation ist wirklich eine Katastrophe! Das haben wir noch mal gemerkt, als wir wieder hierhergezogen sind.

Frau Kalie: Ja, aber neu bauen heißt auch wieder weniger Grünflächen. Aber wieso sollte die Umgebung nicht auch attraktiv sein? Das würde Freiburg entlasten und die Grünflächen könnten bestehen bleiben.

Was tragen Sie persönlich zur nachhaltigen Entwicklung bei?

Herr Al Raghban: Wir versuchen, möglichst wenig mit dem Auto zu fahren.

Frau Kalie: Ja genau. Und ich versuche auch immer, mit meinen Studierenden im Labor so wenig Müll wie möglich zu verursachen.

Wie sieht denn für Sie die nachhaltige Zukunft der Stadt Freiburg aus? Können Sie vielleicht den Satz beenden: Freiburg im Jahr 2030 ist…

Frau Kalie: Auf jeden Fall bunter und hoffentlich noch nachhaltiger.

Was möchten Sie beide uns denn abschließend noch mit auf den Weg geben?

Beide: Wir finden das toll, dass Sie verschiedene Menschen zum Thema Nachhaltigkeit befragen. Das ist wirklich der richtige Weg, um die Stadt weiterzuentwickeln.

Kommentare (0)

Kommentare können Sie nur abgeben, wenn Sie eingelogged sind.